Was ist der Gender Pay Gap?

Der Gender Pay Gap (deutsche Übersetzung: geschlechterspezifisches Lohngefälle / Lohnlücke) wird jährlich vom statistischen Bundesamt verglichen und stellt die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer dar. Derzeit beträgt er 18 (!) Prozent (unbereinigt) in Deutschland.

Der “unbereinigte” Gap:

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht allgemein den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Hier wird auch der Teil des Verdienstunterschiedes erfasst, der beispielsweise durch schlechtere Zugangschancen von Frauen zu unterschiedlichen Berufen oder Karrierestufen verursacht wird. Dazu gibt es jährlich den Equal Pay Day, der quasi bildlich darstellt, dass wir Frauen bis Mitte März “umsonst” gearbeitet haben und erst ab dem Tag im März bezahlt werden – im Gegensatz zu den Männern, die von Jahresbeginn bezahlt werden.

Der “bereinigte” Gap:

Der bereinigte Gender Pay Gap misst den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Dieser liegt aktuell bei sechs Prozent.

Gründe für den Gender Pay Gap.

Gründe gibt es einige. Die wichtigsten findest du in der folgenden Auflistung. Die meisten sind geschlechtsspezifisch begründet. Und die damit verbundenen stereotypische Rollenverteilung. Denn die ist nach wie vor noch sehr stark vertreten. 

Teilweise verhandeln Frauen ihr Gehalt gar nicht, steigen mit niedrigen Gehältern in neue Jobs ein oder verhandeln zu gering und nicht dem Wert entsprechend.

Frauen arbeiten häufiger in Branchen, die schlechter bezahlt sind. Sie sind öfter in Bereichen wie der Kinder- und Krankenpflege, Geburtshilfe, Kindererziehung, dem Friseurhandwerk oder dem Einzelhandel beschäftigt. Und Frauendomänen sind im Schnitt schlechter bezahlt als Männerdomänen. Das zeigt sich auch daran, dass Frauen, die in eher von Männern dominierten Branchen arbeiten, keinem so hohen Gender Pay Gap unterliegen (dort liegt der Unterschied “nur” bei 13 Prozent). 

Frauen leisten mehr unbezahlte Care-Arbeit: Sie kümmern sich öfter um die Erziehung der Kinder und Pflege von Eltern oder anderen Verwandten, erledigen mehr Sachen im Haushalt. Diese Tätigkeiten bedeuten für Frauen kein Einkommen und keine Sicherheit. Zudem kostet sie es wertvolle Zeit, in der sie kein Geld verdienen können! Vom Mental Load ganz zu schweigen.

Frauen arbeiten öfter in Teilzeit als Männer. Wenn die Kinder in Kita oder Schule sind, beginnen Frauen etwas „dazuzuverdienen“. Zeitlich, als auch mental und körperlich ist es für Frauen in den meisten Fällen (leider noch in den meisten Fällen) kaum möglich einen Job in Vollzeit auszuüben. Gut bezahlte und anspruchsvolle Jobs sind in Teilzeit sehr selten verfügbar. Viele Frauen bleiben dadurch auch unter ihrem Potential. Und das Haupteinkommen bleibt bei*m (meist männlichen) Partner*in. Und das macht sich spätestens im Alter bemerkbar – Stichwort: Altersarmut.

Frauen arbeiten seltener in Führungspositionen als Männer

Aufgrund der nach wie vor vorhandenen, stereotypischen Rollenverteilung übernehmen einige Frauen nach Familiengründung vorrangig die Versorgung des*r Kindes*r. Führungspositionen gibt es viel zu selten und kaum in Teilzeit-Modellen. Vollzeitstellen sind in der Ausführung für Mütter kaum machbar und sehr selten möglich. 

Frauen werden im Arbeitsleben oft anders bewertet als Männer. Angefangen beim Mansplanning, über “zu bossy sein” weil Frau für sich einsteht, bis hin zu “Sie wird bestimmt bald schwanger”, werden Unterschiede in der Bewertung, Bezahlung und den Aufstiegsmöglichkeiten in Unternehmen gemacht. 

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Der Gender Pay Gap steigt ab dem Alter von 30 Jahren stark an. Der Gap zwischen Männern und Frauen nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Bei Beschäftigten unter 30 Jahren beträgt der Abstand im durchschnittlichen Bruttostundenlohn 9 Prozent, bis zum Alter von 50 Jahren verdreifacht sich die Verdienstlücke auf 28 Prozent! Grund für den Anstieg sind Unterschiede im Erwerbsverhalten: Während Frauen ab 30 häufig familienbedingt ihre Arbeitszeit reduzieren und in Teilzeit arbeiten, weiten Männer ihre Stundenzahl im selben Lebensabschnitt eher noch aus. Da Teilzeitarbeit im Schnitt pro Stunde schlechter bezahlt ist und Teilzeitbeschäftigte seltener Führungspositionen bekleiden, bleiben die mittleren Löhne von Frauen zwischen 30 und 50 nahezu konstant, wohingegen sie bei Männern über das Alter weiter steigen. 

*Hinweis: Die Quellenangaben und weitere interessante Infos dazu findest du bei den Zahlen, Daten, Fakten.

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